Positionspapiere

Pressemitteilung zum Thema Machtmissbrauch mit DEGAM, DESAM und DNKW

Machtmissbrauch: Wichtige Debatte im Gesundheitswesen angestoßen

DEGAM, DESAM, DNKW und JADE begrüßen die aktuelle Debatte um Machtmissbrauch im Gesundheitswesen und setzen sich dafür ein, Grenzüberschreitungen und Übergriffen aktiv entgegenzutreten. Gemeinsam empfehlen die vier Organisationen konkrete Maßnahmen, um im Bereich der fachärztlichen Weiterbildung Unterstützung und Schutz zu bieten.
[...]

Vor diesem Hintergrund setzen sich die DEGAM, DESAM, DNKW und JADE dafür ein, präventives und konsequentes Handeln zu fördern, damit Fehlverhalten sichtbar gemacht, klar benannt und entsprechend aufgearbeitet wird. Konkret empfiehlt das Netzwerk den angeschlossenen Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin – aber auch Weiterbildungseinrichtungen aller anderen Fachrichtungen:

  • Verhaltenskodex für Seminarreferierende, Mentor:innen und Weiterbilder:innen
  • Gezielte Fortbildungen zur Aufklärung über diskriminierendes Verhalten, Machtasymmetrien, Grenzüberschreitungen und deren Folgen im Seminarprogramm und Train-the-Trainer Programmen
  • Thematisierung, Sensibilisierung und Reflexion im Rahmen von Gruppenmentoring
  • Sichtbarmachung von Anlaufstellen für Ungerechtigkeit oder Diskriminierung mit Vermittlung weiterführender Strukturen (z.B. Ombudsstellen der ärztlichen Selbstverwaltung oder vergleichbare Strukturen an Universitäten)

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Positionspapier zu Grenzverletzungen und Übergriffen im deutschen Gesundheitswesen anlässlich des 130. Deutschen Ärztetages

Stand 22.05.2026

Mit Betroffenheit und Sorge haben wir während unseres überregionalen Treffens in Flensburg vom 15. bis 17. Mai 2026 von den Vorfällen im Rahmen des Ärztetages erfahren. Die Berichte über sexualisierte Übergriffe und unangemessenes Verhalten machen deutlich, dass Grenzverletzungen und Diskriminierung weiterhin Teil des medizinischen Alltags sind – gegenüber Studierenden, Pflegekräften, Ärzt:innen in Weiterbildung, medizinischen Fachangestellten, Auszubildenden, Institutsmitarbeiter:innen, Fachärzt:innen, dem gesamten Praxispersonal sowie auch Patient:innen.

Wir danken den mutigen Studentinnen für das Offenlegen dieser Vorfälle. Ihre Berichte tragen dazu bei, auf bestehende strukturelle Probleme aufmerksam zu machen und notwendige Veränderungen anzustoßen. Wir möchten den Betroffenen ausdrücklich den Rücken stärken und danken ihnen für ihren wichtigen Beitrag zu einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Als Vorstand der JADE sehen wir es als unsere Verantwortung, zu einer respektvollen, diskriminierungssensiblen und sicheren Kultur in der Allgemeinmedizin beizutragen. Dazu gehört, Grenzverletzungen ernst zu nehmen, Betroffene zu unterstützen und strukturelle Probleme sichtbar zu machen. Die aktuellen Berichte bestärken uns darin, auch für Gewalterfahrungen in hausärztlichen Praxen und allgemeinmedizinischen Instituten sensibel zu sein.

Deshalb möchten wir uns künftig konkret dafür einsetzen:

• Awareness-Teams und Schutzkonzepte auf großen allgemeinmedizinischen Kongressen zu etablieren,

• Schutzkonzepte auch für eigene Veranstaltungen, Tagungen und Netzwerktreffen weiterzuentwickeln,

• innerhalb der JADE eine Arbeitsgruppe zu den Themen Diskriminierung, Gleichstellung und Diversität aufzubauen,

• Ansprech- und Meldestrukturen für Betroffene zu schaffen,

• sowie für strukturelle Diskriminierung und problematische Dynamiken auch innerhalb unseres eigenen Netzwerks zu sensibilisieren.

Die JADE setzt sich für eine sichere und gewaltfreie Allgemeinmedizin für Alle ein – geprägt von gegenseitigem Respekt, Offenheit und einem verantwortungsvollen Miteinander.

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Positionspapier zu privaten Investor*innen

Stand Oktober 2022

Die Anzahl allgemeiner Krankenhäuser in privater Trägerschaft steigt seit Jahren kontinuierlich und lag 2020 bei 37,9 %. [1] Auch im ambulanten Bereich nimmt der Einfluss von privaten Investor*innen aktuell stark zu. [2] Ärzt*innenzentren werden in attraktiven Lagen geschaffen, um auch in der ambulanten Versorgung hohe Gewinne zu erwirtschaften. Die Privatisierung des Gesundheitssystems kann sich allerdings sowohl auf Patient*innen als auch auf Mitarbeiter*innen nachteilig auswirken. [...]

Dies führt leider dazu, dass ein großer Teil der stationär tätigen jungen Ärztin*innen daran denkt, enttäuscht den Beruf zu wechseln. [4] Aus diesem Grund blicken wir als Junge Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) mit großer Sorge auf die Zunahme privater Investor*innen in der ambulanten Versorgung.

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Positionspapier zu Kompetenzzentren Weiterbildung

Stand Oktober 2017

Die Junge Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) begrüßt nachdrücklich die Einrichtung der Kompetenzzentren Weiterbildung (KW) zur Förderung der Qualität und Effizienz der Weiterbildung. Die KW stellen eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Weiterbildungsstrukturen dar. Sie bieten aus Sicht der JADE die Chance, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin erstmals
strukturiert und unter Einbezug etablierter didaktischer Konzepte (u.a. CanMeds, Modell der sechs Kernkompetenzen für Lehrende in der Medizin) zu fördern. Damit wird ein Beitrag zur Sicherstellung einer guten hausärztlichen Versorgung der Zukunft geleistet. Wir fordern, dass zukünftig alle Medizinstudierende sowie alle Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) über die KW informiert werden und ÄiW niedrigschwellig Zugang zu einem KW erhalten.

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Positionspapier zu zukünftigen Weiterbildungsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung Allgemeinmedizin

Stand März 2012

Präambel

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Deutschland und den damit verbundenen Auswirkungen auf das Gesundheitssystem nimmt die hausärztliche Tätigkeit eine zunehmend wichtige Stellung ein. Um eine qualitativ hochwertige, bundesweite, wohnortnahe Versorgung der Patienten zu gewährleisten und junge Mediziner für diesen Beruf zu begeistern, bedarf es einer Anpassung der Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin. Mit dem vorliegenden Papier nimmt die JADE als Vertretung der Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) im Fach Allgemeinmedizin und bis fünf Berufsjahre nach der Facharztprüfung Allgemeinmedizin Stellung zu den
Weiterbildungsbedingungen für Allgemeinmedizin und stellt mögliche Verbesserungsansätze vor.

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Positionspapier für einen transparenten Umgang mit der Pharma- und Medizinprodukteindustrie

Stand Mai 2011

1. Einleitung

Die JADE will die Fortbildungsmöglichkeiten junger Allgemeinmediziner verbessern. Hierzu zählen objektive und neutrale Informationsquellen und Fortbildungsveranstaltungen. Pharmakonzerne und die Medizinprodukte-Industrie sind in ihrer Struktur darauf ausgerichtet, ihre Produkte zu bewerben und Gewinne zu maximieren. Derzeit sind deshalb die Informationsquellen und
Fortbildungsveranstaltungen von Einflüssen der Pharma- und Medizinproduktehersteller dominiert. Bis heute ist es nicht gelungen, sachgerechte Aussagen der Industrie systematisch von Werbung zu trennen. Hier sieht die JADE einen derzeit unlösbaren Zielkonflikt dem sich Ärzte nur unzureichend entziehen können. Unter anderem, weil das Erfüllen der Fortbildungsverpflichtung aktuell nur schwer ohne Veranstaltungen zu erreichen ist, die nicht durch Pharmakonzerne unterstützt und damit beeinflusst sind.

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Positionspapier Zukünftige Weiterbildungs- und Arbeitsbedingungen für Allgemeinärzte in Deutschland

Stand Januar 2011

Präambel

Die hausärztliche Tätigkeit hat eine bedeutende Stellung im deutschen Gesundheitswesen. Die gegenwärtigen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und der gesundheitlichen Versorgung erfordern eine Anpassung der Weiterbildungsformen und Arbeitsformen im Fach Allgemeinmedizin. Mit dem vorliegenden Papier stellt die JADE als Vertretung der Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) und bis fünf Jahre nach der Facharzt (FA)-Prüfung ihre Position zur hausärztlichen Tätigkeit dar.

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